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Wie ein Fußballer zum Wasser kam

Aktions-Info 11-12/2010
Benjamin Adrion und die Hilfsorganisation „Viva con Agua de St. Pauli“

Als der damalige Drittligist FC St. Pauli im Winter 2005 sein Trainingslager auf Kuba bezog, war allen Beteiligten klar, dass diese Fahrt etwas Besonderes werden würde. Für Mittelfeldspieler Benjamin Adrion veränderte die Reise sogar die weitere Lebensplanung. Die Trinkwasserproblematik auf der Karibikinsel beschäftigte den Sohn des bekannten Fußballtrainers Rainer Adrion dermaßen, dass er  beschloss, sich auf Kuba sozial zu engagieren. Zurück in St. Pauli gründete er in Kooperation mit der Welthungerhilfe und dem FC St. Pauli das Hilfsprojekt „Viva con Agua de Sankt Pauli“ (VcA). Seit 2006 steht die Initiative als eingetragener, international tätiger, gemeinnütziger Verein auf einem soliden Fundament.
Konzentrierte sich die Förderung zunächst auf die Installation von Trinkwasserspendern in über 120 Kindergärten auf Kuba, hat VcA den Wirkungskreis inzwischen stark ausgeweitet. Der Verein versteht sich als offenes Netzwerk für soziales Engagement und zielt bei der Spendenakquise für Trinkwasser- und Sanitärprojekte auf eine jüngere, popkulturaffine Klientel, die bislang wenig mit Hilfsorganisationen in Kontakt kam und zur Eigeninitiative animiert werden soll. Inzwischen gibt es VcA-Ableger, sogenannte Zellen,  in Kiel, Osnabrück und der Schweiz. Die Aktionen sind vielfältig und kreativ, Sport und Kultur bilden die stete Basis. Die Unterstützerliste ist schier endlos und prominent mit Fußballern, Musikern und Schauspielern besetzt.
Doch der Fußball hilft nicht nur bei der Akquise, auch vor Ort in den Entwicklungsländern bricht schnell das Eis, sobald ein Ball ins Spiel kommt. „Die Kraft, die der Fußball besitzt, in Sekunden jegliche Grenzen in Bezug auf Kommunikation, Kultur und Herkunft zu überwinden, ist einzigartig und immer wieder ein Traum, es erleben zu dürfen“, zeigte sich VcA-Mitstreiter Michael Fritz anlässlich einer diesjährigen Reise durch Ruanda und Burundi selbst ein wenig überrascht.
Inzwischen erbrachte der Verein nach eigenen Angaben mehr als 500.000 € Spendengelder und finanzierte Trinkwasserprojekte in Ecuador, Kambodscha, Tadschikistan, Nicaragua, Madagaskar,  Ruanda, Benin, Burundi und Äthiopien. Am 5. Oktober 2009 wurde der Verein von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste ausgezeichnet. Zur diesjährigen WM sind wieder zahlreiche Aktionen geplant. Näheres über Zukünftiges und Vergangenes unter: http://www.vivaconagua.org

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